Konkret zum vierten Mal: nach Litauen, Lettland und Estland habe ich nun meine Füße erstmals auf finnischen Boden gesetzt. Seit gestern bin ich in Helsinki. Das hat ganze 3 km auf der Uhr gebracht und teilt sich auf zwei Fahrten in den Häfen von Tallin und Helsinki auf. Die Überfahrt an sich dauert etwas mehr als zwei Stunden.
Am Samstag ist meine Frau zu mir gestoßen, dank Lufthansa und einer ungewollten, verpflichtenden und zusätzlichen Zwischenlandung in Frankfurt mit rund 7h Verspätung. Es reichte aber trotzdem noch für einen ganzen Tag in der estnischen Hauptstadt aus.
Nun also Helsinki – eine komplett andere Welt. Waren sich Riga und Tallin noch sehr ähnlich mit den pulsierenden und schönen Altstädten, ist Helsinki eher eine Großstadt mit Kommerz und Ketten. Aber eine schöne und sehenswerte Großstadt. Direkt am Wasser mit vorgelagerten kleinen Inseln und selbst auf mehreren Inseln erbaut. Alte, gut erhaltene und imposante Gebäude neben beeindruckenden Neubauten und schön angelegten und gepflegten Parks. Und trotz der Großstadt fällt die fehlende Hektik auf.
Finnland gehörte jahrhundertelang zu Schweden, dann noch einmal über hundert Jahre zu Russland, bevor es sich erst 1917 für unabhängig erklärte. Somit haben beide Länder einen starken Einfluss auf die finnische Kultur genommen. Finnisch und Schwedisch sind beides Amtssprachen. So sind hier z.B. Strassenschilder und Zielanzeigen des ÖPNV zweisprachig. Finnland hat gerade einmal rund 5,5 Mio. Einwohner, ist aber fast halb so groß wie die Bundesrepublik. Helsinki selbst hat rund 660.000 Einwohner und im Ballungsraum leben fast 1.5 Mio Menschen. Er ist damit der nördlichste Ballungsraum der Welt mit mehr als einer Million Einwohner. Und wo der Leser gerade erstaunt ist: wir sind heute auch mit der nördlichsten Metro der Welt gefahren.



















