Geschafft

Der für den Vormittag angesagte Regen kam nicht. Oder besser: er kam zu spät. Der direkte Weg mit rund 14 km und 1.250 hm über die Bikkarspitze war uns ja vom Hüttenwirt als nicht begehbar beschrieben worden. Also mussten wir rund 15 km abwärts nach Westen in Richtung Scharnitz um dann noch fast 20 km im nächsten Tal wieder Richtung Osten rund 900 hm zurücklegen. Auf dem Weg aus dem Tal hinaus konnte man die ganze Zeit eine fette Wolkenwand sehen, die sich aber erst hineintraute, als ich gerade um die Ecke Richtung Osten abbog. Dafür fing es dann richtig an, als der steilste Anstieg am Ende der Tour kam.

Pitschnass (diesmal durchgeschwitzt und Regen) und vollkommen erledigt bin ich ins Zimmer, unter die Dusche und habe erst mal alle Knochen durchgezählt. Nun sitze ich auf der Alm mit Getränken und freue mich aufs Essen.

Ansonsten ist der Allgemeinzustand eher verhalten. Das übermäßige Schwitzen verleidet mir die Tour inzwischen ziemlich. Quasi alles ist naß und die Freude an der wirklich tollen Natur wird stark eingeschränkt. Heute Vormittag ging es ganz gut, es kam sogar auch ein Lüftchen auf. Ab Mittag berauf mit Regen war dann wieder dauerschwitzen angesagt. Frustrierend, wenn Dir dann Menschen mit langer Hose und Jacke entgegenkommen, die nicht eine Schweißperle auf der Stirn haben. Die Blase wird auch nicht wirklich besser. Nur der Rücken meldet nichts mehr. Und blöderweise bin ich vorhin im Regen auf einer Wurzel weggrutscht. Seitdem meldet das Knie sich noch dazu. Morgen im Tal wird es zumindest einen zusätzlichen Ruhetag geben, der Beschluss ist durch.

Die andere Seite der Medaille ist die traumhafte Natur, die man eben nur auf einer Wanderung sehen kann. Auf einer Hütte zu sein, die Sonne neben einer riesigen Bergwand langsam untergehen zu sehen, während man auf der Terrasse das Abendessen vor sich hat – das bleibt hängen. Das ist so beeindruckend, dass ich vergessen habe, ein Foto zu machen.

Der gemeinsame Weg mit meinen Mitwanderern ist heute zuende gegangen. Sie übernachten auf einer anderen Hütte. Zwei beenden dann morgen ihre Tour in Hall (bei Innsbruck). Einer wandert weiter, ist aber wahrscheinlich schneller als ich unterwegs, überspringt den Talaufenthalt und hat dann einen anderen „Hüttenrhythmus“. Aber wer weiß. Gegangen sind wir eh getrennt, die drei waren mir mit ihrer jugendlichen Dynamik zu schnell.

Internet gibt es auch hier nicht, somit wird der heutige Sonntag erst am morgigen Montag online gehen.

Etappe 06:
Karwendelhaus – Hallerangeralm

34,01 km (Gesamt 162,10 km)
917 hm (Gesamt 4.521 hm)
8:35h (Gesamt 48:43h)

Stefan

3 Gedanken zu „Geschafft

  1. Die Welt ist klein irgendwie. Bei uns geht es ja auch bald los, sind ab 3. September wieder in Leutasch. Eine festes Vorhaben auf der Bucket List ist es, diesmal mit unseren E-Bikes ins Isartal zu fahren, mindestens bis zur Kastenalm. Und falls Weg und Akku es noch hergeben, gern auch weiter bis zur Hallangeralm. Ich denke nach Deiner Wanderung verstehst Du, warum Christa und ich diese Strecke erst jetzt in Angriff nehmen, wo wir mit Bikes unterwegs sind. 🙂
    Ich drücke Dir die Daumen, dass es mit Wetter und Wohlbefinden bald besser passt. Der Ruhetag im Tal wird Dir sicherlich gut tun.

    1. Also bis zur Kastenalm ist eine tolle Strecke. Einmal wird man kurz absteigen müssen. Aber danach bis zur Halleranger geht sehr, sehr steil hoch. Ich habe da einen getroffen, der hat sein E-MTB auch geschoben (steil und dann durch den Regen auch noch matschig). Aber zur Isarquelle (oder mit dem Rad zum Isarsprung) solltet ihr auf jeden Fall machen, ganz tolle Landschaft!

      1. Danke, das ist schon mal ein guter Hinweis. Isarquelle und Kastenalm sind auf jeden Fall gebongt. Wenn das danach so super steil wird (hab auch den beachtlichen Höhenmeter-Unterschied realisiert), dann werde ich die Hallanger von vornherein gedanklich streichen.

Kommentar verfassen

Diese Seite verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden..

Zurück nach oben