Nach dem gestrigen ersten Landgang ist das Schiff Mittags zur Wilhelminabucht weitergefahren. Es hieß im Vorfeld, dass wir da eine gute Chance auf die ein oder andere Walsichtung hätten. Das stellte sich als mehr als untertrieben heraus, in der Bucht tummelten sich die Wale in Massen. Es war förmlich zu spüren, welch besonderes Erlebnis dies auch für die Profis an Bord war – nach den Schätzungen und Zählungen waren es wohl zwischen 50 und 100 Wale auf einmal. Während die Wissenschaftler fleissig am Zählen und Registrieren waren, bekam jeder Gast eine Rundfahrt mit dem Zodiac durch die Bucht. Es ist wirklich unbeschreiblich, wenn neben diesem kleinen Schlauchboot ein Wal auftaucht, einmal Wasser in die Luft bläst und wieder abtaucht. Eine Dusche der ganz besonderen Art.
Ganz erklären konnte das Phänomen keiner – wahrscheinlich haben sich die Tiere gesammelt, bevor sie dem kommenden antarktischen Winter Richtung Norden entfliehen. Bald ist hier alles eingefroren.
Das Schiff ist dann auch deutlich länger als geplant in der Bucht geblieben.
Ein nicht zu beschreibendes Schauspiel, vor dieser Kulisse an der Reeling zu stehen und quasi pausenlos den Walgesang und die Fontänen zu hören und quasi überall Wale zu sehen. Oft genug sind sie minutenlang direkt am Schiff entlang geschwommen – durchaus auch mal zu Mehreren. Ab und zu einmal kurz reingehen zum Aufwärmen und schon hat einen dei Geräuschkulisse bis zur Dunkelheit immer wieder auf den Balkon gezogen. Gefühlt gab es beim Abendessen für „das ganze Schiff“ nur ein Thema.
Eigentlich bräuchte das Hirn noch den heutigen Tag um die Bilder zu verarbeiten. Es sind aber schon wieder neue hinzugekommen, da ich mich für eine Kajaktour angemeldet hatte und für heute morgen meinen Platz zugelost bekommen hatte. Auch das „once in a lifetime“: durch ein Eisfeld zu fahren, die Geräusche der Eisberge und der abbrechenden Gletscher zu hören und ab und zu mal einem Seelöwen zuzuwinken, der relaxt auf seiner persönlichen Scholle liegt und die Kälte genießt. Das alles vor einer unheimlich großen Kulisse eines riesigen Gletschers, der großer als das Blickfeld ist.
Ich versuche es mal wieder mit ein paar Bildern und diesmal ausnahmsweise Videos (Ton an):







