Du denkst, es kann nicht besser werden

und es wurde besser. Naja, auf jeden Fall anders und ein weiteres Highlight: Anlanden neben einer Pinguinkolonie. Das Anlanden passiert in kleinen Gruppen, deswegen liegt das Schiff auch den ganzen Tag in der Bucht. Und was für eine Bucht – hohe Berge, riesige Eisberge treiben am Schiff vorbei. Schneemassen bei denen man die Jahrzehnte an den einzelnen Schichten sehen kann.

Man kommt im Zodiac neben der Pinguinkolonie an und das Team hat einen Weg markiert, auf dem man sich bewegen darf. Aber Pinguine haben Vorrang. Die kreuzen ab und zu ohne scheinbare Angst den Weg, wenn sie zum Schwimmen oder auf Besuch zu einer anderen Familie wollen. Steht gerade einer der nervigen Touristen im Weg herum, wartet man eben und geht weiter, wenn der Weg wieder frei ist. Eigentlich ist die Regel umgekehrt und die Guides, die in kurzen Abständen aufpassen, sind auch sehr hinterher. Aber manchmal kann man nur im Weg stehen, wenn von allen Seiten Pinguine kommen. Regelmäßig schreien sie in der Gegend herum – das dient der Orientierung auf dem Weg zum Partner oder der Partnerin. Solides Dorfleben eben. Und die Erkenntnis, dass Pinguinen auch im schönsten Zoo keine natürliche Umgebung geboten werden kann.

Es ist ein unglaubliches Erlebnis, diesen Tieren zuzuschauen und so nah zu sein. Tiere, die in dieser unwirklichen Umgebung zurechtkommen und so wenig Angst vor dem Menschen haben. Das hat in der Vergangenheit dazu geführt, dass manche Populationen von Menschen so dezimiert wurden, dass sie kurz vor dem Aussterben waren. Inzwischen gehen die Zahlen aber wieder – teilweise deutlich – aufwärts.

Kein wirklicher Grund zum Aufatmen – wir haben ja noch den Klimawandel. Dieser ist in der Antarktis noch nicht so stark zu spüren wie in anderen Gegenden der Erde. Aber die Auswirkungen sind auch schon zu beobachten. Es wird auch hier zu warm für die Pinguine und die Nahrung fällt auch weg. Das schwindende Meereis nimmt ihnen Brutgebiete und Küken ertrinken, erfrieren oder verhungern, wenn das Eis unter ihnen schmilzt, bevor sie wasserdichte Federn entwickelt haben. Einige Pinguinarten beginnen inzwischen früher mit der Brutzeit, aber oft ist die Nahrung dann nicht vorhanden, weil auch dort die Erwärmung zu Ausfällen führt. Nicht alle Pinguinarten sind so anpassungsfähig und Schätzungen gehen davon aus, dass die Hälfte aller Pinguinarten durch die Umweltveränderungen als gefährdet oder stark gefährdet einzustufen ist.

Zumindest dieser Reiseveranstalter ist sehr darauf bedacht, die Natur möglichst nicht zu stören und unterstützt mit einem Teil der Einnahmen Umweltprojekte und wissenschaftliche Arbeit. Auch wenn der Tourismus zu Naturschutz natürlich grundsätzlich in Widerspruch steht. Somit war es ein aufregender Landausflug gepaart mit etwas schlechtem Gewissen.

Auf der Rückfahrt ist dann noch ein Seelöwe mehrere Minuten hinter unserem Boot hergeschwommen. Er hatte wohl Hoffnung, dass wir den ein oder anderen Pinguin mit dabei hatten. Jeder mag eben Pinguine.

Stefan

2 Gedanken zu „Du denkst, es kann nicht besser werden

  1. Hallo Stefan,
    Haupsache sie haben Dich nicht gebissen. 🙂
    Auf meiner Fahrt damals haben sie einem Fotografen sauber die Hose zerzwickt… Darf man ja nicht wegscheuchen. hihihi
    Viel Spaß weiterhin, genieß es.
    Gruß / THOMAS

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