Die Falkland-Inseln

Wir sind nun raus aus der Antarktis und haben eine ganz sanfte zweitägige Drake-Passage hinter uns. Heute morgen sind wir dann in Port Stanley per Tenderboot angelandet und ich habe die Insel zu Fuß erkundet. Das ganze bei bestem Wetter: 16 Grad und Sonne, was für die Falkland-Inseln überdurchschnittlich ist. Die mittlere Temperatur im März liegt bei 8 Grad. Im wärmsten Monat Februar „klettert“ der Durchschnitt auf 9 Grad. Es werden aber an einigen Tagen mal Tagestemperaturen von 20 Grad erreicht.

Also richtig Glück mit dem Wetter gehabt. Oder auch Pech, denn den Pinguinen an meinem Ausflugsziel Gypsy Cove war es zu warm und es waren nur zwei Magellanpinguine zu sehen. Dafür tummelten sich einige Delfine im Wasser.

Unterm Strich war es dann doch Glück, da das Ausflugsziel am Nachmittag gesperrt wurde. Man hat eine Mine gefunden. Davon haben die Argentinier über 30.000 Stück auf den von Ihnen seit 1833 bereits beanspruchten Inseln ausgelegt und man findet heute noch gesperrte Bereiche. 1820 hat Argentinien die Inseln in seinen Besitz genommen, vorher waren die Franzosen, die Spanier und auch die Engländer da. 1833 kamen dann die Engländer erneut mit Militär und haben den Argentiniern damit die Inseln wieder abgenommen. 1982 hat es Argentinien wieder versucht – der berühmte Falklandkrieg. Maggie Thatcher war anderer Meinung als die Argentinier und hat das Militär auf die 14.000 km lange Reise geschickt. Diese kleine „Meinungsverschiedenheit“ hat mehr als 1.000 Soldaten auf beiden Seiten das Leben gekostet und die Insel in britischem Besitz gehalten. Dankbar ist man Maggie hier auf jeden Fall, nach ihr wurde eine Straße benannt und sie hat ein Denkmal bekommen. Die gefallenen Soldaten werden fairerweise auch mit einem Denkmal geehrt.

Der Konflikt schwelt nach wie vor, zumal inzwischen große Ölvorkommen gefunden wurden. 2013 hat die Bevölkerung abgestimmt. Es gab eine fast 100%ige Zustimmung zum Verbleib unter der Krone – ganze drei Gegenstimmen. Argentinien bekräftigt regelmäßig seinen Anspruch – auch mit Hilfe der UN – und die Schreiben landen wahrscheinlich direkt im Shredder der Downing Street No. 10.

Insgesamt gibt es rund 3.000 Einwohner und 1.700 Soldaten. Die Falkland-Inseln bestehen aus zwei Hauptinseln (West und Ost) und summieren sich auf rund 200 Inseln gesamt. Rund ⅔ der Bevölkerung wohnt in der Hauptstadt Stanley auf der Ostinsel. 12.173 qkm sind alle Inseln zusammen groß. Da man in Deutschland ja immer mit dem Saarland vergleichen muss (obwohl die wenigsten sich tatsächlich die Fläche des Saarlands vorstellen können): 2.572 qkm hat das Saarland. Es sind also rund 4,7 Saarlands (wie ist die Mehrzahl davon und kann es die überhaupt geben?). Alternativ könnte ich noch Berlin mit 891 qkm anbieten, was dann schon rund 13,5 mal hier drauf passen würde. Oder kurz gesagt: sooo klein sind die Falkland-Inseln gar nicht. Nur eben ziemlich dünn besiedelt.

Wir fahren heute weiter und machen noch zwei Zwischenstopps auf den Inseln. Hier ein paar Fotos und ein Video von den Delfinen:

Stefan

2 Gedanken zu „Die Falkland-Inseln

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