Die Fähre ist pünktlich in Karlshamn angekommen, die Roststellen haben gehalten und wenn man von der Tatsache absieht, dass ich eine Viertelstunde nach einem Mitarbeiter suchen musste, der den verschlossenen Bereich aufschließt, hat alles gut geklappt. Somit war ich für meine Verhältnisse früh auf der Piste und bin fast 120 km nach Westen geradelt.
Tolle Radwege, wunderschöne Natur und, wenn man von den letzten 30 km absieht, kaum Gegenwind und kaum Hügel. Und jede Menge kleine Orte, die genau dem Klischee entsprachen, was man von Schweden hat. Und jede Menge Ortsnamen, die man auch bei einem Rundgang durch ein großes schwedisches Möbelhaus finden würde. Ich bin mir nicht sicher, wer da von wem inspiriert wurde.
Gelandet bin ich dann im kleinen Ort Hammenhög. Spannender als der Ort selbst ist eigentlich sein Name: Das schwedische „hög“ stammt vom altnordischen „haugr“ und bedeutet Grabhügel. Gemeint ist ein bronzezeitlicher Grabhügel, der hier schon vor rund 3.000 Jahren angelegt wurde. Der erste Teil des Namens geht vermutlich auf einen Mann namens Haming oder Hamund zurück. Hammenhög bedeutet also sinngemäß „Grabhügel des Haming“.
Das Gebäude, in dem ich heute übernachte, heißt Hambo und war früher eine Schule. Erbaut wurde es Anfang des 20. Jahrhunderts als Landwirtschafts- und Haushaltungsschule. Später wurde daraus eine Förderschule für Erwachsene, bevor das Gebäude in Privatbesitz überging. In den vergangenen Jahren diente es unter anderem als Bed & Breakfast und Jugendherberge.










