Ein richtiger Sch…tag

Schon heute Morgen fing der Tag genau so an, wie man ihn sich wünscht: kalt, der Regen gerade weg und einen Platten.

Scheinbar hatte ich ein wenig Glück, denn Aufpumpen half erst mal. Aber ein kleines Loch muss drin sein, alle 20 km musste ich etwas pumpen.

In der Nacht hatte es in Teilen wohl kräftig geregnet. Die Sandwege hatten teilweise die Konsistenz eines Ostseestrandes. Inklusive Pfützen, die breiter waren als der Weg. Eine Passage war überhaupt nicht mehr befahrbar. Also blieb nur zurück und umfahren. Logischerweise auch mit deutlich mehr Höhenmetern.

Überhaupt waren die Höhenmeter heute das eigentliche Thema. Die Etappe heute hat sich in der Statistik auf Platz 1 geschoben. Bei dem vielen Matsch half auch die schöne Landschaft nur begrenzt, die Stimmung zu heben. Derzeit werte ich noch aus, ob das Rad, die Taschen oder ich mehr versifft waren.

Wenigstens bin ich gerade noch so vom Regen verschont geblieben. Offensichtlich hat es entweder gerade vor mir geregnet oder hinter mir. Aber ich befürchte morgen bin ich dran. Eine Wettervorhersage mit 100 % Regenwahrscheinlichkeit ist relativ eindeutig. Entweder ändert sich das noch oder vielleicht ist morgen auch ein weiterer Pausentag dran. Lohnen tut sich das hier nicht.

Ich bin inzwischen in Litauen in Kybartai. Der Ort liegt direkt an der russischen Grenze und war über viele Jahrzehnte ein wichtiger Eisenbahnknoten. Hier trafen die unterschiedlichen Spurweiten der russischen und der mitteleuropäischen Eisenbahn aufeinander. Das machte Kybartai zu einem bedeutenden Grenzbahnhof zwischen Ost und West. Heute merkt man davon im Alltag nicht mehr viel. Mehr ist hier nicht.

Stefan

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