Und plötzlich eine Mautstelle

Und wieder rund 100 km weiter östlich bis Łeba bin ich gekommen. Das durchgestrichene Ł spricht sich wie ein W, somit Weba. Die deutsche Bezeichnung des Orts ist dann wiederum Leba. So weit der Polnisch-Grundkurs.

Ich habe langsam bei jedem Ort ein Déjà-vu. Die Läden und Restaurants sind quasi identisch bei leicht anderer Straßenführung. So auch hier in Łeba. Sehenswürdigkeiten findet auch das Netz nicht, nur ein paar schöne Ecken. Eine Stunde Spaziergang reichte vollkommen aus.

Łeba war bei den Preußen ein wichtiger Hafen zur Verschiffung von Salz, Holz und landwirtschaftlichen Produkten. In den 1920er- und 1930er-Jahren war er ein bekannter deutscher Künstlerort. Darüber hinaus gilt Łeba seit langem als Erholungsort für Menschen mit Atemwegserkrankungen. Die Kombination aus Ostsee, Kiefernwäldern und großen Dünen sorgt für jodhaltige, salzige Luft. Mehr gibt’s aber schon nicht zu berichten. Achja, der gleichnamige Fluss fließt hier in die Ostsee, nachdem er fast die gesamte Region Pommern von Süden nach Norden durchquert hat. Warum man nicht auch hier wie bei vielen anderen Ort damals ein -münde hinten drangehängt hat, kann ich auch nicht erklären.

Die Fahrt selbst war wieder ein schönes Landschaftserlebnis. Zum allerersten Mal auf meinen Touren musste ich „Maut“ bezahlen. Ein Teil der Strecke ging durch einen Nationalpark und neben einer Kette quer über den Weg stand ein Kassenhäuschen. Nachdem ich dann einer Abbuchung von 10 Zloty (ca. 2,50€) von meiner Karte zugestimmt hatte, durfte ich weiterradeln. Weiter extrem positiv angetan bin ich von der Radwegstruktur. Teilweise sind das regelrechte Radautobahnen in bestem Zustand. Ca. 80% des polnischen Eurovelos 10/13 sollen inzwischen fertig sein. Lediglich rund 10 km auf der heutigen Strecke waren schlecht ausgeschilderte Buckelpisten. Ich gehe davon aus, dass der zuständige Planer seine Ausbildung in Mecklenburg-Vorpommern absolviert hat.

Stefan

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