Kaliningrad, bald habe ich Dich

Noch ein paar Kilometer, dann bin ich mit der Umrundung der Enklave durch. Morgen kommt noch eine entspannte Etappe und dann sehe ich das Ortschild von Klaipeda. Seit heute mit einem neuen Schlauch. Einmal alles Gepäck vom Rad, Schlauchwechsel, Gepäck wieder drauf und weiter, damit einem nicht zu kalt wird. Für fast 100 km hat das Wolkenloch gereicht und kaum auf dem Zimmer flogen Hunde und Katzen am Fenster vorbei. Aber zwischendurch kam sogar mal die – wie heißt das Ding? – Sonne hervor. Der Wind kam sogar die erste Hälfte von hinten. Die zweite dafür von vorne. Hat sich also quasi aufgehoben. Und es war die zweiflachste Etappe meiner ganzen Tour. Dafür leider nur Landstraße. Wenig befahren zumindest.

Gelandet bin ich Šilutė (Achtung, wieder Sprachübung für Litauisch: „Schi-lu-te“), dem früheren Heydekrug. Der Ort gehörte zum Memelland und war durch seine Lage zwischen Memel und dem Kurischen Haff früher ein wichtiger Handelsplatz. Gehandelt wurden hier unter anderem Fisch, Holz und landwirtschaftliche Erzeugnisse. Ein paar ganz nette Ecken, aber interessanter verspricht die Landschaft morgen auf der Etappe zu werden: Das Memeldelta mit seinen vielen Wasserarmen und Überschwemmungsflächen gehört zu den vogelreichsten Landschaften Litauens.

Wenn alles klappt, dann morgen aus Klaipėda. Nach dem heutigen Modell soll es morgen endlich mal wieder ein trockener Tag werden.

Stefan

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